Ressourcen

Was uns bewegt. Was wir tun. Was vor uns liegt.

Unser Ziel ist es, unseren Ressourcenverbrauch und damit unseren ökologischen Fußabdruck so weit wie möglich zu verkleinern. Deshalb bemühen wir uns um Energieeinsparung, Abwasservermeidung und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Treibhausgas-Emissionen, die wir bislang nicht vermeiden konnten, kompensieren wir unter anderem durch den Kauf von Umweltzertifikaten. Seit 2020 ist COR am Standort Rheda-Wiedenbrück ein klimaneutralisiertes Unternehmen.

Energiebedarf (in kWh) 2022 2023
Ökogas 209.487 137.000
Restholz-Verbrennung 1.123.263 1.250.010
Heizöl (HEL) 26.050 35.200
Ökostrom 1.069.039 1.010.488

Energie

Energieverbrauch erfassen

Während das COR Haus mit Gas und unsere Maschinenhallen mit Restholz beheizt werden, benötigen wir elektrische Energie für Beleuchtung und Betrieb unserer Immobilien, Maschinen und IT-Systeme. Zwischen 2022 und 2023 ist unser Verbrauch an elektrischer Energie gesunken, unter anderem durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung in der Lackiererei. Auch unsere neue Materialhalle haben wir gleich mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln ausgestattet.

Energieverbrauch reduzieren

Das COR Haus befindet sich in einer ehemaligen Tütenfabrik aus den Dreißigerjahren, die 2008 von Grund auf saniert wurde. Heute verfügt es über eine Photovoltaikanlage, die einen Großteil des hauseigenen Stromverbrauchs deckt. 2020 wurde die Beleuchtung des COR Hauses komplett auf LED-Leuchten umgestellt. Der Austausch der rund 800 Leuchten führte zu einer jährlichen Stromersparnis von 242.880 kWh, was einer CO2-Ersparnis von 97.367kg entspricht. Auch die Holzfertigung wurde 2020 mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Generell ist der Gebäudebestand am Unternehmenssitz sehr heterogen. Einige unserer Gebäudeteile wurden 1954 gebaut und im Laufe der Jahre den jeweiligen Energieeffizienzstandards angepasst. Andere – wie unsere 2001 errichtete Schaumstoffhalle – wurden nach seinerzeit gültigen Standards errichtet. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde bei sämtlichen Hallendächern sukzessive die Dämmung erneuert. Im Jahr 2022 haben wir das Projekt „Druckluft Leckagen“ gestartet. Undichte Stellen im Druckluftsystem unserer Produktion bedeuten zusätzlichen und vor allem überflüssigen Energieverbrauch. Sämtliche Leckagen wurden geortet, abgedichtet und die Mitarbeitenden für das Problem sensibilisiert. Wenn es zukünftig zu Leckagen kommt, sollen sie möglichst gleich wieder geschlossen werden.

Saubere Energie nutzen

COR arbeitet zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Auf den Dächern von COR Haus, Produktions- und Lagerhalle betreiben wir im Berichtszeitraum drei COR-eigene Photovoltaikanlagen. Mit dem Bau der neuen Lagerhalle werden wir 2024 eine vierte PV-Anlage mit knapp 400 kWp Leistung in Betrieb nehmen. Welchen Anteil unseres selbsterzeugten Stroms wir selbst nutzen können, muss sich im Betrieb erweisen. Klar ist, dass wir zukünftig einen möglichst hohen Anteil selbst nutzen wollen.

Lieferant der restlichen elektrischen Energie sind die Stadtwerke Lemgo, von denen wir einen Residualmix aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen erhalten. Mit anderen Worten: COR wird in Rheda-Wiedenbrück zu 100 Prozent mit Energie aus Wasser- und Sonnenkraft versorgt. Ein Teil des Stroms fließt in die E-Ladesäulen, die wir am COR Haus in der Hauptstraße und am Hauptstandort in der Nonenstraße für Besuchende und Mitarbeitende installiert haben.

Das Ökogas zur Beheizung unseres COR Hauses beziehen wir über die Stadtwerke Lemgo in Kooperation mit KlimaInvest Green Concepts GmbH. Die CO2-Minderungsrechte zur Klimaneutralstellung der Erdgaslieferung an COR stammen aus verschiedenen Projekten im In- und Ausland. Der Prozess der Stilllegung wird beim Klimapartner KlimaInvest vom TÜV überprüft. Alle CO2-Minderungsrechte sind nach den gegebenen Standards des Kyoto-Protokolls stillgelegt worden.

Energieerzeugung in unseren Photovoltaikanlagen

  Inbetriebnahme Installierte Leistung Verwendung
1 2005 49 kWp Netzeinspeisung
2 2011 29 kWp Netzeinspeisung
3 2011 31 kWp Eigenverbrauch & Einspeisung
4 2024 397 kWp Eigennutzung & Einspeisung

Während im COR Haus eine Gasheizung zum Einsatz kommt, wärmen wir unser Werk ausschließlich mit unseren eigenen Holzabfällen und damit mit einem nachwachsenden Brennstoff. In unserem Holzschnitzelwerk wandeln wir die Holzabfälle aus unserer Produktion vollständig in Energie um. Sie werden zu Spänen zerkleinert und in den Ofen eingeblasen. Nur bei extremen Witterungsverhältnissen oder bei technischen Defekten schaltet sich die redundante Ölheizanlage zur Spitzenlastabdeckung ein.

Im Jahr 2023 belief sich der CO2-Ausstoß unserer Restholzverbrennung auf ganze 19,4 t CO2e. Zum Vergleich: Die durchschnittlichen CO2-Emissionen eines Bundesbürgers liegen bei etwa 11 Tonnen im Jahr.

Stromerzeugung und -nutzung

Ertrag und Verbrauch
unseres selbsterzeugten Sonnenstroms in kWh
2022 2023
PV-Stromerzeugung 115.621 92.148
Netzeinspeisung 83.937 64.115
Eigenverbrauch 31.684 28.033

 

 

Emissionen

Trotz aller Bemühungen ist unser Arbeiten und Wirtschaften mit Emissionen verbunden. Wir erfassen alle relevanten und möglichen Quellen von Emissionen, reduzieren das Aufkommen nach Möglichkeit und kompensieren den Rest. Allein durch unsere Umstellung auf Ökostrom zum 01.01.2020 konnten wir unsere CO2-Emissionen gegenüber 2019 halbieren. Zudem beziehen wir Ökogas, das bereits von unserem Gasversorger durch Emissionszertifikate neutralisiert wurde.

CO2-Emissionen erfassen

Im Berichtsjahr 2022 haben wir knapp 666 t CO2e emittiert – das entspricht den durchschnittlichen jährlichen CO2e-Emissionen von rund 60 Bundesbürgern. Im Jahr 2023 konnten wir auch aufgrund des leicht sinkenden Umsatzes, unserer Reduktionsanstrengungen und des steigenden Einsatzes unseren Ausstoß auf 525 t CO2e (–21 Prozent gegenüber Vorjahr) reduzieren.

Unsere CO2-Bilanz haben wir mithilfe des ecocockpit-Tools erfasst. Die mit Abstand größten CO2e waren Geschäftsreisen und Transporte. Erfreulich: Unsere relativen CO2e-Emissionen haben wir substanziell reduziert. Sowohl im Vergleich zur Mitarbeiterzahl, zum Umsatz als auch zur Zahl der verkauften Sitzeinheiten emittieren wir immer weniger Treibhausgase.

Vergleichswerte 2022 2023
kg CO2e / Mitarbeitenden 3.027 2.245
kg CO2e / Sitzeinheiten 13 11
t CO2e / Mio. € Umsatz 13 11
CO2e Emission i. V. zum Vorjahr – 13 % – 21 %
CO2-Standortbilanz / CO2-Emittenten Bilanz 2022
(in kg CO2e)
Bilanz 2023
(in kg CO2e)
Scope 1 – direkte Emissionen 194.750 137.220
Geschäftsreisen mit firmeneigenen Fahrzeugen 107.161 91.242
Transporte mit firmeneigenen Fahrzeugen 2.139 3.037
Einsatz von Energieträgern für die interne Verbrennung 67.741 30.467
• Erdgas 42.107 0*
• Restholzverbrennung 17.444 19.413
• Heizöl (HEL) 8.190 11.054
Scope 2 – indirekte Emissionen 0 0
Bereitstellung von Energie aus externen Quellen
 
0
 
0
 
Scope 3 – indirekte Emissionen 471.250 388.130
Geschäftsreisen mit externen Transportmitteln 21.711 23.456
Transporte mit externen Dienstleistern / Fahrzeugen 198.193 132.941
Holz, Papier, Pappe 66.032 55.687
Entsorgung 15.368 24.651
Wasser 367 287
Anfahrt Mitarbeiter
 
126.797
 
115.478
 
Gesamtemission 605.450 477.589
Gesamtemission inkl. 10 % Sicherheitsaufschlag 665.995 525.348

*Erdgas mit 0 kg CO2e bewertet, da wir Ökogas einkaufen, das bereits neutral gestellt wurde.

526 t CO2e wurden 2023 über 317 Tonnen über Windenergiezertifikate und 209 Tonnen über Waldklimaprojekte ausgeglichen.

Treibhausgase kompensieren

Sämtliche standortbezogenen Treibhausgas-Emissionen aus den Berichtsjahren haben wir durch Ausgleichs- bzw. Kompensationsprojekte bilanziell klimaneutralisiert.

Für 2022 und 2023 haben wir jeweils 209 t CO2e über Woodify ausgeglichen. Woodify ist ein deutsches Unternehmen, das gemeinsam mit Waldbesitzenden Nutzwälder für Jahrzehnte aus der konventionellen Holzwirtschaft herausnimmt und sie ein Stück weit wieder „verurwaldet“. Das bedeutet: Die Bäume bleiben stehen, die Böden werden nicht mehr durch den Einsatz schwerer Maschinen verdichtet, Rückegassen können zuwachsen und die Böden sich erholen. So kann sich das einzigartige Ökosystem des Waldes ungehindert entwickeln. Es entsteht ein Klimawald, der der Atmosphäre mehr CO2 entzieht, als wenn er weiter bewirtschaftet würde. Für die Nichtnutzung werden die Waldbesitzenden entschädigt – zum Beispiel durch Unternehmen wie uns. Durch unseren Beitrag schützen wir insgesamt eine Fläche von fünf Hektar über 30 Jahre lang. Dabei rufen wir im Laufe von 5 Jahren jährlich 209 t CO2e daraus ab, um einen Teil unserer CO2-Bilanz auszugleichen.

2022 haben wir weitere 500 t CO2e und 2023 317 t CO2e über Windenergiezertifikate aus Südafrika „kompensiert“. Bei dem Projekt „Longyuan Mulilo de Aar 2“ sollen in der Nordkap-Provinz 96 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 144 MW installiert werden. In einem Land, das sonst weitgehend von Kohleverstromung abhängig ist, sollen so über den gesamten Anrechnungszeitraum mehr als 4,3 Mio t CO2e vermieden werden.

Weitere Emissionen

Prozessbedingte Emissionen

sind vor allem leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe, die in unserer Lackiererei entstehen und zur Bildung von Photooxidantien beitragen. Lange war die Qualität der angebotenen Wasserlacke für die von uns angewendete Lackierung unzureichend, sodass wir noch lösemittelhaltige Lacke einsetzen mussten. Ab 2024 werden wir aber gemäß unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf wasserbasierte Lacke umsteigen. Die staub- und lösemittelhaltige Abluft der Lackier- und Polsterbereiche wird über Rohrleitungen erfasst und über Abluftkamine ins Freie abgeleitet.

Lärmemissionen

entstehen hauptsächlich im Maschinenraum, wo wir allerdings nur noch Maschinen und Anlagen mit erhöhtem Lärmschutz einsetzen. Wenn die Lärmbelastung am Arbeitsplatz oder im Arbeitsbereich zu hoch ist und nicht durch bauliche oder konstruktive Maßnahmen verringert werden kann, müssen die Mitarbeitenden eine Lärmschutzausrüstung tragen. Das können Ohrstöpsel oder Kapselgehörschützer sein. Der betroffene Bereich wird dann als Lärmschutzbereich ausgewiesen und das Tragen von Gehörschutz – der den Mitarbeitenden kostenlos zur Verfügung gestellt wird – ist Pflicht.

Unsere Betriebsgebäude werden durch den Damm der Bahnlinie Hannover–Ruhrgebiet von einem südlich gelegenen Wohngebiet abgeschirmt, sodass Lärmbelästigungen für die Anwohnenden kaum feststellbar sind. In östlicher, nördlicher und westlicher Richtung ist das Betriebsgelände von Industrie- und Gewerbebetrieben umgeben.

Abwasser

Abwasser entsteht bei COR nicht in der Produktion, sondern fast ausschließlich in den Küchen- und Toilettenanlagen. Der größte Wasserverbrauch ergibt sich aus dem regelmäßigen Nachspeisen der Feuerlöschanlage bzw. den Probeläufen der Sprinkleranlagen sowie der Bewässerung unserer Grünflächen. Der Frischwasserverbrauch belief sich auf 1.693.000 Liter (2022) und 1.254.000 Liter (2023).

Abfälle

Da wir ressourcenschonend arbeiten, entstehen bei COR nur vergleichsweise geringe Abfallmengen. Folien, Papier, Metall, Biomüll und Batterien werden von uns getrennt gesammelt, durch örtliche zertifizierte Spezialentsorger verarbeitet und teilweise wieder dem Kreislauf zugeführt. Der Verschnitt an Leder (ca. 45 Prozent der Rohware) wird an weiterverarbeitende Betriebe verkauft, die daraus Gürtel, Schuhe oder Lederaccessoires fertigen. Auch die Reste aus unserem Stoffzuschnitt verkaufen oder spenden wir. Unterm Strich wollen wir dafür sorgen, dass Ressourcen zu 100 Prozent verwendet und Abfälle vermieden werden.

  2022 2023
Folie 5.175 kg 3.265 kg
Altpapier 58.080 kg 59.940 kg
Abfälle zur Verwertung 40.830 kg 67.020* kg
Farb- und Lackschlamm 1.540 kg 1.598 kg
Wässrige Schlämme 1.960 kg 1.960 kg
Rost- und Kesselasche 1.295 kg 1.586 kg
Gesamt 108.880 kg 135.369 kg

*Wegen des Abbaus der alten Materialhalle und des Baus der neuen Lagerhalle entstand 2023 eine größere Menge an Abfällen.

Konstruktionsqualitäten

COR USP: Sitzmöbel, deren Gestell noch in Ordnung ist, können neu gepolstert und bezogen werden. Dadurch sind sie langlebiger.

Über drei Dutzend unterschiedliche Leder finden sich in der COR Lederkollektion – von groben, standigen Naturledern bis zu feinen, fast filigranen gedeckten Qualitäten. Dabei ist das Naturmaterial selbst auch höchst vielfältig. Der Bezugsstoff für ein zweisitziges Conseta-Sofa beispielsweise setzt sich aus mehr als 40 einzelnen Lederzuschnitten zusammen, deren Schnittmaße ein CAD-Computer nach den Maßgaben des Designers millimetergenau berechnet. Die Schablonen werden dabei mithilfe einer Verschnittsoftware um die zuvor markierten Fehlstellen im Leder möglichst platzsparend platziert und dann von unserem Wasserstrahl-Ledercutter ausgeschnitten. Die Flanken und der Halsbereich sind „losnarbig“, was bedeutet, dass sich die Haut im Gebrauch stärker dehnt als am qualitativ hochwertigeren Croupon. Daher wird bis zu 50 Prozent der Rohware als Verschnitt aussortiert und zu Taschen, Schuhen oder Lederaccessoires verarbeitet. In Wirklichkeit wird für eine Conseta also mindestens das Anderthalbfache dieser Lederfläche benötigt.

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