COR

Glückwunsch an Peter Maly, dankbares Erinnern an Helmut Lübke

Beide haben Möbel- und Designgeschichte geschrieben: Peter Maly als Gestalter, Helmut Lübke als Unternehmer und COR-Geschäftsführer von 1954 bis 1994. Zum runden Geburtstag am 19. August gratulieren wir Peter Maly herzlich. Nur wenige Monate zuvor, im Juni 2016, wäre auch Helmut Lübke achtzig Jahre geworden.

Rheda-Wiedenbrück, 19. August Juni 2016. Gemeinsam haben sie Klassiker geschaffen und über Dekaden hinweg die deutsche, aber auch die internationale Wohnkultur beeinflusst. Die enge Zusammenarbeit zwischen Peter Maly und Helmut Lübke (geboren 1936, verstorben im Oktober 2006) beruhte auf klaren Prinzipien, der Zugehörigkeit zu derselben Generation und einer ähnlichen beruflichen Herkunft. Beide begannen ihre Laufbahn mit einer handwerklichen Ausbildung als Tischler. Das erste Ergebnis ihrer langjährigen Zusammenarbeit für COR erschien 1969 mit Trinom – ein zeitgenössisches, fast poppiges Sitzmöbel aus farbigem Kunststoff und bequemen Polstern. Modelle wie Zyklus, Cirrus, Tabo, Attendo und Circo sollten folgen. 

Inspiration

Das Jahr 1984 erachteten beide als Meilenstein. Helmut Lübke, Firmeninhaber in Rheda-Wiedenbrück, schrieb damals an Maly in Hamburg: „Vor ein paar Monaten, es ging damals um den COR-Messestand für Mailand, möblierten Sie den Modellbau spaßhalber mit dem Puppenstuben-Sessel Ihrer Tochter Laura.“ Dieses Spielmöbel inspirierte den Unternehmer zu einem leichten und transparenten Sitzmöbel, das auch in kleinen Räumen für großzügige Optik sorgt: „Was wäre dafür besser geeignet als ein graziles Rohrgestell?“ Aus dieser Idee entstand der Sessel-Klassiker Zyklus; in seinem Zusammenspiel aus geometrischen Formen, Kreisen, Kreissegmenten und Stahlrohr eben ein echter Maly-Entwurf.

Begeisterung

Peter Maly schätzt noch heute Helmut Lübkes Begeisterungsfähigkeit: "Wenn er Feuer und Flamme für ein Projekt war, blieb er dran. Er machte Design zu Chefsache, sein Sohn Leo hält es genauso.“ Aus dem Dialog zwischen Hersteller und Gestalter entstehen bei COR kontinuierlich Erfolgsmodelle, zu denen Maly mit den Sesseln Circo und Zyklus besondere Beiträge geleistet hat. Stets betont der Designer, er entwerfe Industrieprodukte, keine Einzelstücke, folge seiner gestalterischen Konzeption, berücksichtige aber auch wirtschaftliche Aufgabenstellungen. Helmut Lübke formulierte dies vor zehn Jahren so: „Ein Designer trägt auch Verantwortung dafür, dass ein Unternehmen mit seinen Entwürfen Geld verdient.“ Er habe beobachtet, dass vielen der Mut zur ruhigen Form fehle. Maly hingegen könne abstrahieren und würde eine erkennbare Handschrift zeigen, die er behutsam für COR und auch für interlübke einsetze. Dieser wiederum stellt fest: "Geometrische Elementarformen, Kreis, Quadrat, flaches Rechteck, veralten nicht, aus ihnen können immer wieder neue Formen entwickelt werden."

Ganzheitliches Design 

Weniger geometrisch verlief Malys Lebensweg. Nach Vertreibung aus dem böhmischen Geburtsort Trautenau, Schulbesuch in Herborn, Tischlerlehre und Studium der Innenarchitektur in Detmold wird Maly 1960 Mitglied der Zeitschrift „Schöner Wohnen“. Zehn Jahre später eröffnet er in Hamburg ein eigenes Studio für Design und Innenarchitektur. Die siebziger Jahre seien keine starke Zeit gewesen: „Ich konnte auf dem gesamten Klavier spielen, kannte aber die eigene Melodie noch nicht.“ In den achtziger Jahren findet er sein Leitmotiv: Der Ansatz ist ganzheitlich, seine Entwürfe stellen sich zunehmend als Gesamtwerk dar; auch in der Konzeption von Messeständen, Showrooms und Fotoproduktionen. Seit 2006 widmet sich Maly auch Möbelentwürfen, die den Geist des alten Japan widerspiegeln, um sie mit der europäischen Moderne zu verbinden. Ein puristischer Wohnstil, die Verbindung von Haus, Garten und Natur faszinieren ihn nach wie vor. 

Verantwortung

Die Liebe zum Wasser, die Nähe zum Natürlichen verbindet ihn mit Helmut Lübke bis heute. Dieser erweiterte den Designgrundsatz „form follows function“ auf seine Art: "Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, ein Sitzmöbel, in dem man nicht gut sitzt, stellt kein gutes Design dar. Ökologie ist ein weiteres Kriterium: Ausgezeichnete Qualität und verantwortlicher Umgang mit unseren Ressourcen sind unabdingbar. Wegwerf-Produkte kann sich die Menschheit nicht leisten." Beide haben sich in ihrer Arbeit immer gegen den optischen Verschleiß gewendet und stimmten darin überein, dass Design in seiner Formensprache über der Zeit stehen muss. 

Klassiker auf ihre Art

Helmut Lübke, der mit 18 Jahren COR mitbegründete und vierzig Jahre erfolgreich führte, meisterte Präsidiums- und Verbandstätigkeiten sowie geschäftliche Herausforderungen mit  unerschütterlichem Optimismus und festen Grundsätzen. Ein Unternehmer müsse Vorbild sein: „Worte belehren, Beispiele aber reißen mit“. In dieser Haltung hat er nicht nur COR zu einer renommierten Marke aufgebaut, interlübke nach schwierigen Jahren wieder zum Erfolg verholfen, sondern auch als Präsident des Rates für Formgebung dem deutschen Design weit über die Möbelbranche hinaus Ansehen verschafft. Dank seiner westfälischen Beharrlichkeit ist ein fruchtbarer Dialog mit herausragenden Designern entstanden. Die Beziehung Lübke-Maly führte zu einer Arbeitsgemeinschaft, tiefer Freundschaft – und zu echten Klassikern.

 

Kontakt COR Sitzmöbel

Berthold Strüve, Leitung Marketing
Nonenstraße 12, 33378 Rheda-Wiedenbrück, Deutschland
t +49.(0)52 42.41 02-240, b.strueve@cor.de

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